SH2-96 am Rand der Supernova

8/2026
ASI2600MM Pro, 950mm, f/3.8,, 26h (R/G/B 3x1.5h, Lum: 4.1h, Ha: 8.5h, O3 8.9h)

Supernova-Überreste sind immer wieder interessante, aber auch fordernde, Objekte zum Beobachten. Üblicherweise haben sie eine sehr große Ausdehnung und werden gerne mit geringen Brennweiten aufgenommen, um eine Gesamtaufnahme zu bekommen.

Hier wird nur ein sehr kleiner Ausschnitt von SNR G65.3+5.7 gezeigt, in welchem ein auffälliges Band ionisierten Sauerstoffs das Bild diagonal teilt. Der rötliche Teil links hat die Katalogbezeichnung SH2-96 und erscheint hier wie eine Flamme auf einem bläulichen Meer.

Diese Objekte entstehen mit dem Lebensende eines Sterns, wenn die leichten Elemente soweit aufgebraucht sind, dass die durch Fusion entstehende Strahlung ein Kollabieren des Sterns nicht mehr verhindern kann.

Dabei wird eine enorme Energie freigesetzt und , wie bei einer Explosion, viel Material hinausgeschleudert. Oft entsteht dabei eine klar abgegrenzte Schale, wie man sie hier im Detail gut erkennen kann:

SNR G65.3+5.7 ist flächenmässig ein recht dunkles Objekt und wurde tatsächlich erst in 1977 als solches identifiziert. Nach aktuellen Erkenntnissen hat sich die eigentliche Supernova vor ca. 27500 Jahren in einer Entfernung von 3200 Lichtjahren ereignet und inzwischen einen Durchmesser von rund 230 Lichtjahren erreicht.

Fotografisch konzentriert man sich üblicherweise auf Schmalband-Aufnahmen der Wasserstoff- und Sauerstoff-Linien, wie auch hier. Ergänzend habe ich auch noch Zeit in die Luminanz gesteckt, denn tatsächlich findet sich in diesem Bereich auch noch viel Staub, der vom Gesamtlicht der Galaxie erhellt wird, der sogenannte Integrated Flux Nebula, oder IFN. 

Hier noch ein anderer Ausschnitt eines eher zerrissenen Randbereiches: