Dunkelnebel im Zenit

09/2026
ASI2600MM Pro, 950mm, f/3.8,, 12.6h (R/G/B 3x2.0h, Lum: 6.5h)

Unmittelbar neben dem Irisnebel befindet sich eine durchaus interessante Gruppe Dunkelnebel (z.B. LDN1158). Als Dunkelnebel werden Regionen bezeichnet, welche eine so hohe Dichte an interstellarer Materie enthalten, dass die dahinter liegenden Sterne verdeckt werden, also tatsächlich dunkel erscheinen.

Dunkelnebel haben meist, wie hier, eine irreguläre Struktur, oft ohne klare Kanten und sanften Übergängen. Aber natürlich gibt es Ausnahmen wie den Pferdekopfnebel im Orion.

Schaut man genauer hin, so findet sich auch in dieser Aufnahme am linken Rand eine kleine Besonderheit.

Dieser Reflexionsnebel nennt sich Gyulbudaghian's Nebel (GM 1-29) und wurde erst 1977 von den armenischen Astronomen Armen Gyul'budaghian and Tigran Yu entdeckt.

Beobachtungen zeigen, dass dieser Nebel sein Erscheinungsbild in für astronomische Objekte ungewöhnlich kurzen Zeiten verändert, und damit sind Jahre oder gar nur Monate gemeint.

Die schnellen Veränderungen werden letztendlich durch den variablen Stern PV Cephei im Inneren der Molekülwolke verursacht, dessen Strahlung es geschafft hat, sozusagen ein "Loch" durch die Materie zu treiben um schließlich die äußeren Bereiche beleuchten zu können.

Durch die den Stern umgebende und rotierende Aggregationsscheibe verändert sich das austretende Licht ständig und damit auch das Erscheinungsbild der äußeren Bereiche.