NGC6888 und der Seifenblasen-Nebel
10/2026
ASI2600MM Pro, 950mm, f/3.8,, 23h (R/G/B 3x58m, Lum: 1.4h, Ha: 7.3h, S2 5h, O3 6.3h)
Nach rund drei Jahren und mit mehr Brennwite war es an der Zeit, den Mondsichelnebel erneut einzufangen und dabei versuchen, auch den Seifenblasennebel etwas kontrastreicher abzubilden. Also wurde mehr als die doppelte Integrationszeit in Sauerstoff investiert.
Entsprechend deutlicher wird dieser zarte, erst 2008 von Dave Jurasevich entdeckte, planetarische Nebel mit der Bezeichnung PN G75.5+1.7 nun abgebildet:
Planetarische Nebel haben, entgegen ihres Namens, absolut nichts mit Planeten zu tun, sondern sind eine Hülle aus Gas und Plasma, welche ein Stern an seinem Lebensende abgestoßen hat. Nicht alle planetarischen Nebel haben eine derart ausgeprägte Kreisform, wie der Seifenblasennebel. Aber durch ihre generell rundliche Form erscheinen sie im Teleskop wie entfernte Gasplaneten, und wurden daher ursprünglich falsch klassifiziert.
In der Nähe vom Seifenblasennebel sind noch zahlreiche Dunkelwolken zu erkennen, Gebiete zukünftiger Sternentstehung.
Der Mondsichelnebel hingegen ist ein gänzlich anderes Objekt, bei dem sich ein genauerer Blick durchaus lohnt.
Der Mondsichelnebel, oder auch NGC6888, ist ein Emissionsnebel, welcher von einem sogenannten Wolf-Rayet-Stern angeregt wird. Als Wolf-Rayet-Stern bezeichnet man die freigelegten Kerne massereicher Sterne. Ihre Oberflächentemperatur ist deutlich höher als bei üblichen Sternen, zudem stoßen sie sehr große Materiemassen ab, welche durch die enorme Strahlung auf bis zu 4000km/s beschleunigt werden. Wolf-Rayet-Sterne zeichnen sich durch klare Emissionslinien in ihrem Spektrum aus, während Spektra üblicher Sterne lediglich, durch äußere Schichten verursachte, Absorbtionslinien enthalten.
Beim Mondsichelnebel wird angenommen, dass dieser die vom Stern abgestoßene Hülle ist.