Nebelstrukturen beim Pferdekopfnebel

1/2026
ASI2600MM, 360mm f/2.8, 1h Ha

Farbige Aufnahmen des Pferdekopfnebels und seiner Umgebung gibt es reichlich, aber für mich sind die Strukturen in den Wasserstoff-Daten faszinierend genug, um sie einmal exklusiv zu präsentieren. Die Region ist hell genug, um sie auch mit wenig Integrationszeit sauber darstellen zu können.

Entstanden ist die Idee beim Zusammenstellen der Seite Schmalband und schnelle Teleskope, ein Ergebnis der Dauerbewölkung seit letztem Herbst. Im letzten viertel Jahr entstanden wetterbedingt nur einige unfertige Projekte, und einige davon brachten mich zum Nachdenken. So wiederholte ich testweise mit dem langsamen APO die Aufnahme der Tulpennebel-Region und war einigermaßen überrascht, dass ich mit kürzerer Integrationszeit mehr und bessere Schmalband-Daten sammeln konnte, als zuvor mit dem schnellen Newton.

Zu erklären war dies nur durch die verwendeten Schmalbandfilter, von denen mir bewusst war, dass diese nicht optimal mit einem schnellen Teleskop funktionieren würden. Meine Annahme, dass dies durch längere Belichtungszeit zu kompensieren wäre, stellte sich nach einigen Tests mit einem Highspeed-Filter leider als falsch heraus.

Bei diesen Vergleichen beschäftigte ich mich natürlich sehr intensiv mit den Schmalband-Aufnahmen verschiedener Targets und erinnerte mich an die Anfänge meines Fotografie-Lebens mit schwarzweißem Film-Material inklusive Dunkelkammerarbeit.

Bei Betrachtung solcher Aufnahmen stellt sich mir immer die Frage nach den Dimensionen. Laut englischem Wikipedia hat der Pferdekopfnebel einen Radius von 3,5 bzw. einen Durchmesser von rund 7 Lichtjahren, aber was bedeutet das eigentlich?

Das Licht unserer Sonne benötigt bis zum Neptun rund 250 Minuten, sein Bahndurchmesser beträgt demnach 500 Lichtminuten, also 8,3 Lichtstunden. In einen Licht-Tag passt seine Bahn folglich rund 2,88 mal hinein. Multipliziert man das mit 365 entspricht das einem Lichtjahr, und damit grob 1000 dieser Bahndurchmesser.

Damit passt unser Sonnensystem rund 7000mal nebeneinander in den Pferdekopfnebel.
Ich finde das sehr beeindruckend.