Galaxy Season 2026
4/2026
ASI2600MM Pro, 950mm, f/3.8,, 32.4h (R/G/B 3x2.7h, Lum: 4.1h, Ha: 21.1h)
Wie jedes Jahr beginnt mit April die sogenannte Galaxy-Season in der Nordhalbkugel. Bis zum späten Sommer sind dann erst einmal fast nur noch Galaxien zu beobachten, die ein wenig mehr Brennweite benötigen. Mit knapp 1000mm lassen sich zumindest die größeren Galaxien schon ganz brauchbar einfangen, und ich mache den Anfang mit M81 und M82.
Das Galaxien-Paar Messier 81 (Bode's Galaxie) und Messier 82 (Zigarren-Galaxie) ist ein dankbares Target für diese Brennweiten, es wird entsprechend oft fotografiert.
Beide Galaxien gehören zur sogenannten M81 Gruppe, welche rund 60 Galaxien enthält und mit einer Entfernung von rund 12 Millionen Lichtjahren unsere zweitnächste Galaxiengruppe ist.
Entdeckt wurden diese zwei prominenten Galaxien bereits in 1774 vom deutschen Astronom Johann Elert Bode.
Die Aufnahme entstand bei einer ersten Testreihe mit einem neuen Reflektor Teleskop unter limitierten Bedingungen für LRGB und zunehmendem Vollmond bei H-Alpha. Aber dennoch lassen sich auch feinere Details erkennen, wie hier in Bode's Galaxie:
Der schwache bläuliche Fleck oberhalb der Galaxie ist übrigens kein Fehler, sondern tatsächlich eine irreguläre Zwerggalaxie mit der Bezeichnung Homberg IX oder UGC5336. Sie wurde erst 1959 von Sidney van den Bergh entdeckt und ist mit einem Alter um 200 Millionen Jahre noch recht jung.
Bei günstigen Konditionen lässt sich M81 bereits mit Feldstecher erkennen.
In unmittelbarer Nähe zu M81 befindet sich in gravitativer Abhängigkeit die kleinere Zigarren Galaxie Messier 82:
Trotz ihres ungewöhnlichen Erscheinungsbildes zeigen neuere Untersuchungen jedoch, dass es sich eher um eine Balkenspiralgalaxie handelt. Vermutlich durch einen Vorbeiflug vor rund 500 Millionen Jahren wurde die Entstehungsrate neuer Sterne stark erhöht, sie gehört zu den hellsten Galaxien in infraroten und Radio-Wellenlängen.