Die Sonne in H-Alpha

2/2026
TSAPO100, SHG700, ASI678MM

NIEMALS ein Teleskop ohne entsprechende Filter auf die Sonne richten!

Auf der vorherigen Seite zeigte ich die Sonne im sichtbaren Licht mit einer Reihe von Sonnenflecken wie man sie mit geeignetem Equipment auch visuell beobachten kann.

Am letzten Tag vom Februar 2026 wäre eine visuelle Beobachtung allerdings eher langweilig gewesen, da zur Zeit keine größeren Sonnenflecke zu entdecken waren:

Die Aufnahme oben hingegen zeigt die Sonne in der Wasserstoff-Emissionslinie, wodurch die sonst nicht erkennbaren Filamente und feinen Strukturen sichtbar werden.

Üblicherweise werden für solche Aufnahmen spezielle Teleskope mit sogenannten Ethalon-Filtern verwendet, welche das Licht auf einen sehr schmalen Wellenlängenbereich begrenzen. Solche Systeme sind natürlich nicht günstig und auch nur für diesen einen Einsatzbereich nutzbar.

Hier wurde allerdings ein gänzlich anderes Verfahren verwendet, bei dem zunächst das Lichtspektrum der Sonne mit einem sogenannten Spektroheliograf aufgenommen und im Anschluß durch mathematische Verfahren analysiert wird.

Das Erzeugen der Wasserstoff-Aufnahme ist bei diesem Verfahren nur eine Möglichkeit der Auswertung. Letztendlich lassen sich Aufnahmen der unterschiedlichen Spektral-Linien parallel anfertigen. Das ganze ist so empfindlich, dass es sogar möglich ist, die Rotation der Sonne und Bewegung der Strukturen nachzuweisen, indem die durch den Dopplereffekt entstehende Wellenlängenverschiebung der Spektrallinien ausgewertet wird. Da werde ich noch einiges ausprobieren müssen.

In der Aufnahme oben sind verschiedene dunkle Bereiche erkennbar. Dies sind keine Sonnenflecken sondern sogenannte Filamente - große Materialströme über der Oberfläche, die sich entlang lokaler, magnetischen Feldlinien ausbreiten. Um diese besser zu erkennen, wird auch gerne eine invertierte Darstellung verwendet. Dann sehen diese Filamente aus wie Wolken, die sich über die Oberfläche bewegen:

Die hier zur Berechnung eingesetzte Software JSol'Ex von Cédric Champeau ist sogar in der Lage die Aufnahme zu kartografieren und automatisch bekannte Objekte zu markieren. Ich finde das ziemlich beeindruckend:

Dem aufmerksamen Beobachter wird bei dieser Aufnahme auffallen, dass diese einen Tag später, am ersten März unter etwas besseren Bedingungen entstand, 

Neben den oben gezeigten aufbereiteten Aufnahmen erzeugt JSol'Ex auch einige Rohbilder für eine eigene Bearbeitung.

So habe ich einmal die invertierte Darstellung mit der Corona-Aufnahme kombiniert und eingefärbt, das kann dann z.B. so aussehen: